Meerforellenangeln auf Bornholm

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Am Freitagabend machten sich Tom, Fischi und ich mit dem Auto auf den Weg von München nach Sassnitz um am Samstagvormittag auf die letzte Fähre (in diesem Jahr) nach Rönne, Bornholm zu fahren.

Tom war der Fahrer auf dieser Tour und der  einzige von uns, der auf Bornholm schon mehrjährige Erfahrung hatte.

 

Ankunft mit der Fähre in Rönne

Alles war super organisiert, Fähre, Schlüssel für‘s Haus und Unterlagen warteten bereits auf uns und nach weiteren 30 Minuten Fahrt über die Insel kamen wir in unserem neuen Heim an.

Stephan und Michi waren bereits mit dem Flugzeug am Freitagabend angekommen und saßen bereits im Bus zu uns nach Snogebaeg.

Schnell waren die Zimmer in dem schön gemachten Strandhaus verteilt, eingeräumt und die Jungs in den Watklamotten

– die Windrichtung war gut uns so machten wir uns am späten Nachmittag über den Hausbeach auf den Weg an die nahegelegenen Spots, denn jeder von uns war heiß.

 

Unser „Hausriff“ wurde von Tom, Michi und Stephan unter die Lupe genommen und Fische machte sich mit mir auf den Weg die 2 kleinen Riffs neben dem Hafen zu erkunden.

Der Watangler hat auf Bornholm die verschiedensten Untergründe, von Sandstrand, Tang- und Grasfelder über Schieferriffs, Kalksandstein und immer wieder große einzelne „Stehsteine“.

Da sind schöne ausgedehnte Steinplatten aber mit tiefen Rissen und Rinnen, viele rundgewaschene, mittelgroße und glitschige Steine und wer sicher unterwegs sein will, sollte einen Watstock benützen. Auf den zwar bekannten, aber nicht leicht zu gehenden Wasserwegen zu den Hotspots ist man auch eine Weile unterwegs und ein sicherer Stand in den Wellen ist Pflicht, denn irgendwann da kommt sie – die Welle – einfach etwas größer oder höher als alle anderen zuvor. ;)

Auf den ersten Blick war klar, der Wasserstand ist wie bei uns in vielen Regionen auch hier sehr niedrig. Die vielen Flüsse auf Bornholm hatten Niedrigwasser und die Ostsee auch.

Ich wollte gerne das Riff vor dem Hafen beangeln und Fischi übernahm das etwas größere Riff davor in Angriff. Die Strömung war passend und die Motivation ganz oben. Meine Köderwahl viel gleich auf einen Prototypen – aber das war mir eigentlich auch schon Tage vorher klar als die langersehnten Muster eintrafen. Und um alle Sinne der Forellen anzusprechen kamen verschiedene Duft-/Geschmacksstoffe in Form von Pro-Cure Super Gel auf die Köder

 

Nach etwa 15 Minuten hatte ich den ersten Fischkontakt und kurz darauf hielt ich meine erste Bornholmer Meerforelle in der Hand. Kein Riese, aber ich freute mich über dieses Silber.

Wir haben es sicher 2 Stunden dort versucht und bis es dunkel wurde hatte ich 3 Meefo‘s gefangen, bei wenig Restlicht machte ich mich dann mit Fischi auf den Heimweg.

Tom und Michi waren auch erfolgreich, beide konnten einige Fische landen, nur bei Stephan hat es nicht gleich auf Anhieb geklappt und so gab es beim Abendessen schon mal viel zu erzählen.

Da der Wind über Nacht drehte ging es noch vor Sonnenaufgang nach Arnager. Das Waten an diesem Spot ist anspruchsvoll. Die großen, rund gewaschenen Steine sind mit einer glitschigen Algenschicht bedeckt und bringen einen schnell mal ins schlittern. Die Kulisse mit Ihrer Steilwand aus Sandstein hat ein ganz eigenes Flair.

Gegen 10:30 machten wir uns auf den Rückweg zum Frühstücken und es gab noch mehr zu erzählen als gestern, ich hatte 2 maßige Fische gefangen, Fischi und Michi auch und Tom ist u.a. eine schöne blanke Ü65er über den Kescher gerutscht und blieb Sieger. Wir haben das mittags dann vielfach auf Video amüsiert analysiert und ein kurzes Schläfchen gemacht um von 15:00-18:00 Uhr wieder in voller Montur am Strand/Riff bei Sorthat und Levka unser Glück zu versuchen.

 

Und die Geschichten rissen nicht ab, wieder hatte jeder von uns Fisch gefangen. 3 Prototypen von einem neuen Indilure TVS stellten sich schnell als „Killer“ heraus, über 2/3 der Meerforellen wurden damit gefangen. Tom, Ideengeber dieser neuen Farbvariante, Fischi und ich hatte je 1 Exemplar davon und das kam abwechselnd mit anderen Ködern (Spöket, BornholmPillen, zum Einsatz, aber gefangen hat immer wieder der „Neue TVS“. Geschmacklich wurden die Köder überwiegend mit Pro-Cure Super Gel Shrimp, Krill und Hering gepimpt, wobei letztere als Favoriten hervorgehen sollten.

Zum Abendessen gab es frisches  Meerforellen Carpaccio, Schinkennudeln, Salat ….

Nach so einem Tag und vor so einem Tag, da ist die Nacht nicht lang bis 04:45 wenn des Weckers Melodie aus dem Handy tönt und der Tross sich 40 Minuten später in Bewegung setzen soll. Um diese Uhrzeit erkenne ich den Herrn in meinem Badezimmerspiegel noch nicht mal, ich bräuchte eigentlich 3 statt 2 Tassen starken Kaffee und für meine Augen einen Restlichtverstärker – Abfahrt 05:30 – da höre ich, „wir sind schon 5 Minuten zu spät im Zeitplan“. Das sind in meinen Augen die ersten, ernstzunehmenden Anzeichen für starkes Angelfieber. ;)

Die immer wieder wechselnde Windrichtung und die wechselnde Strömung haben uns in den folgenden Tagen quasi um die Insel „getrieben“. Tom wusste so gut wie  immer irgendwo einen guten Spot mit günstigen Bedingungen und Fisch.

Eines sollte jedem bewusst sein, stundenlanges waten und Spinnfischen mit höchsten Wurfweiten ist eine körperlich anstrengende Angelegenheit und man sollte seine Grenzen kennen um sich nicht selbst zu gefährden, eine Pause machen oder so

Optimal abgestimmtes Material macht sich dann bemerkbar. Ich hatte für diesen Zweck die neue Greys Prowla Paltinum Specialist II Seatrout mit 3,05 Meter und 40 Gramm Wurfgewicht (Rute im Testbericht auf Fisch-Hitparade.de) bestückt mit einer neuen Shimano Stradic Hagane 3000, einer 0,14er 8-fach geflochtenen Schnur mit einer ca. 2,5 Meter langen 0,32er FC-Spitze. Mein Kumpel benutzte die selbe Rute mit einer 4000er Biomaster SW.

Zum Befestigen des Köders bevorzuge ich lediglich ein kugelgelagertes Tönnchen, welches direkt in den Sprengring am Blinker eingedreht wird.

Pünktlich, kurz vor Sonnenaufgang waren wir am Spot und feuerten unsere Köder raus in die Ostsee. Und da war sie wieder, die eine, die etwas höhere Welle als alle anderen und schon hatte ich mir heute zum zweiten Mal das Gesicht gewaschen -allerdings nur noch mit 12°. Wurf um Wurf wurde es heller und gegen 09:15, nach etwas über 3 Stunden Dauerwerfen machten wir uns auf den Weg zum Frühstück.

Fischi hatte diese schöne Blanke mit 56 cm, Michi auch eine mit 50 cm, Tom und ich hatte eine im braunen Laichkleid ebenso wie Stephan. Da war das Thema Abendessen schon wieder vor dem Frühstück geklärt. Es gab Michi’s gebratene Meefofilets, Tom’s Hühnersuppe und gemischten Salat.

Am Nachmittag haben wir uns dem Riff vor der Haustüre gewidmet und auch mal dem Hafen einen Besuch abgestattet. Abgesehen von einigen kleinen Meerforellen wollte sich hier an diesem Nachmittag/Abend nichts sehen lassen.

Einen Tag von unserem Urlaub wollten wir zum Trolling fahren und einmal sollte es auch auf Dorsch gehen. Der für diesen Fall geplante Kapitän war jetzt jedoch krank und so haben wir uns auf dessen Empfehlung und Vermittlung einem „neuen“ Kapitän anvertraut. Diese Geschichte ist quasi der Wehrmutstropfen unseres Ausflugs, einen eigenen Beitrag wert und kommt die nächsten Tage.

 

Am Ende hatten wir über 50 Meerforellen gefangen davon wurden einige zum frischen Verzehr entnommen und eine Portion Dorsch war auch für jeden dabei. Die Rückreise verlief glücklicher Weise ebenso unproblematisch wie die Anreise und die Zeit verging viel zu schnell.

Bornholm sieht mich sicher mal wieder.

Petri Heil

Stephan